Brache as ( is) a state of mind...
Brachen sind Ressourcen für urbanes Leben, für Stadtwachstum, räumliche und gesellschaftliche Veränderungen - Potenzialorte, Möglichkeitsräume, Option Lots. Brachen sind Leerstellen. Brachen sind Freiland. Brachen sind grüne Lungen. Brachen ermöglichen freie Blicke. Brachen erweitern den Horizont. Brachen sind kapitalistisch ineffizient. Brachen sind Lücken. Brachen sind Leerstellen. Brachen sind Mu. Brachen sind Gstettn. Brachen sind Unorte. Brachen sind Nichtorte. Brachen sind Resträume. Brachen sind Orte ohne soziale Interaktion. Brachen sind wilde Plätze. Brachen sind verlorene Räume. Brachen sind Nullpositionen. Brachen sind Unbestimmtheitsstellen. Brachen sind Abwesenheit. Brachen sind zweckentfremdete, schlecht gestaltete, vernachlässigte, unbenutzte, nicht zugängliche Orte und Räume.

Wo sind diese Orte/Räume?
Wie entstehen solche Orte/Räume?
Über welche Potenziale verfügen diese Orte/Räume?
Können wir uns Leerstellen leisten? Können wir uns leisten keine Leerstellen zu haben?

Stadt im Regal regt eine Diskussion über Brachen und deren Verschwinden an. Diese Diskussion, das Nachdenken über Brachen, ist Fokus unseres Projektes.

Small pieces:
Unter small pieces verstehen wir minimalistisch gehaltene Aktionen, Interventionen und Betrachtungen zum Thema Brache.

Beispiele small pieces:

- Beobachte Deine lokale Brache (solange es sie noch gibt...)
Einzelne Gruppenmitglieder verbringen Zeit in oder an einer ihres Wohnorts nahegelegenen Brache und zeichnen auf, was bei der Betrachtung vor Ort und im eigenen Kopf passiert. Dies kann schriftlich, zeichnerisch, malerisch, filmisch oder performativ geschehen. Der Versuch der Erstellung eines Brachen Katalogs oder Verzeichnisses in Anlehnung an wissenschaftliche Praktiken, die beispielsweise bei der Erfassung bedrohter Tierarten angewandt werden.

- Erweiterung des Brachenbegriffs
Erkundungen der persönlichen, psychischen, physischen und behavioristischen Brachen

- Now You See It, Now You Don't /
Everyone kills the thing he/ she loves...
Disambiguierung / Dilemma
und am Ende eine Ausstellung...


Brachen entziehen sich. Sie sind nicht hip. Sie möchten einfach in Ruhe gelassen werden.
Die Beschäftigung mit ihnen bedeutet ein Dilemma:
Wir lieben Brachen und sind uns bewusst, dass bereits unsere Schwärmerei für sie, einen Akt der Aneignung u. des Aufoktroyierens darstellt.
Wir zerren sie aus ihrer Existenz an den Rändern der Wahrnehmung ins Licht und machen am Ende eine Ausstellung daraus.


Das Projekt wurde 2019 realisiert mit freundlicher Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin, Präsentationsförderung Bildende Kunst.